Am 8. März können Sie hier die Veranstaltung anhand unserer Live-Berichterstattung verfolgen.
10:15 Uhr: Die Veranstaltung hat gerade begonnen.
Staatssekretär Michael Mertes begrüßt die Anwesenden und weist auf die Bedeutung der Frauen in den Medien hin.
10:38 Uhr: Die Bürgermeistern der Stadt Köln, Elfi Scho-Antwerpes, fordert in ihrer Rede anlässlich des Internationalen Frauentages die gleichberechtigte und gerechte Teilhabe von Frauen und Männern am beruflichen und gesellschaftllichen Leben.

Kurz vor 11:00 Uhr: Die Eröffnungsrunde hat begonnen. Dabei sind Katharina Borchert (Geschäftsführerin Spiegel Online), Odile Limbach (Managing Director Blue Byte GmbH), Gabi Ludwig (Chefredakteurin u. Leiterin der NRW-Landesprogramme im WDR Fernsehen), Agnes Ostrop (Leiterin der Infotainment-Abteilung bei RTL), Simone Stewens (Geschäftsführerin der ifs internationalen filmschule köln GmbH) und Evelyn Wenzel (Gründerin der Agentur JustTV).
Katharina Borchert ist Juristin, nach eigenen Angaben vor allem deshalb, weil sie nie etwas mit Zahlen zu tun haben wollte. Sie war bis vor kurzem als Chefredakteurin bei "Der Westen" tätig, ist nun seit einer Woche Geschäftsführerin bei Spiegel Online, wo sie nun vermutlich sehr viel mit Zahlen zu tun haben wird und ist gespannt auf die Aufgaben, die sie dort zukünftig erwarten werden.
Odile Limpach berichtet über ihre Tätigkeit als Managing Director, die unter anderem beinhaltet, den Rahmen für die kreative Arbeit der Entwickler zu schaffen, die Spiele wie beispielsweise "Die Siedler" kreieren. In ihrer Firma sind 80 Mitarbeiter tätig, davon jedoch nur drei Frauen. Sie fürgt jedoch hinzu, das im Gesamtkonzern weltweit einige Frauen in führenden Positionen tätig sind.
Gabi Ludwig macht täglich zehn Stunden Fernsehprogramm für ganz NRW. Sie entwickelt gemeinsam mit ihrem Team Kriterien für ein gutes und für die Zuschauer(innen) spannendes und dabei unterhaltsames Fernsehprogramm - das ist für sie die große Herausforderung und das spannende an ihrem Job.
Agnes Ostrop ist im Management bei RTL tätig und kümmert sich um den Bereich der Dokumentationen. Neben der organisatorischen Seite ist sie auch für inhaltliche Fragen zuständig.
Simone Stewens hat als Geschäftsführerin der ifs köln vor allem die Entwicklung der medialen Zukunft im Blick und versucht anhand dessen zu ermitteln, wie die mediale Ausbildung heute und zukünftig gestaltet werden muss. An der ifs werden Produzent(inn)en, Autor(inn)en, Editor(inn)en und Regisseur(inn)e(n) und demnächst auch Kameraleute ausgebildet. In projektorientierten Studiengängen werden die erfolgreichen Film- und Fernsehmacher(innen) von morgen auf ihre zukünftige Arbeit vorbereitet.
Interessierte Nachfragen aus dem Publikum
Kurz nach 12:00 Uhr: Themenblock 1 "Nachrichten und Informationen" ist gestartet. Referentinnen des 1. Themenblocks sind Tanja Kewes (Ressortleiterin "Namen und Karriere" beim Handelsblatt), Helga Schmidt (Stellv. Chefredakteurin u. Leiterin der Programmgruppe "Politk und Zeitgeschehen" bim WDR), Kim Lenar (Ressortleiterin "Aktuell, Magazin und Besser Leben", Redaktion PUNKT12, RTL), Elif Senel (Moderatorin bei PHOENIX und Referentin für die WDR Aus- und Fortbildung), Anne-Christine Kunz (Volontärin an der Georg-von-Holtzbrinck-Schule), Tina Schröder (Auszubildene an der RTL Journalistenschule) und Anne Lührs (Aus- und Fortbildungsredaktion des WDR).
Tanja Kewes ist Absolventin der Georg-von-Holtzbrinck-Schule und hat Journalistik, Literatur und Wirtschaft studiert. Sie schreibt die Freitagskolumne "Faktor Mensch" und beschreibt auf dem Podium die Möglichkeiten, die sich Volontär(inn)e(n) nach der Ausbildung bieten. So ist es durchaus möglich, nach dem Abschluss "die Seiten zu wechseln": Die Absolvent(inn)en und Jungredakteuer(inn)e(n) werden gerne von Unternehmen als Unternehmenssprecher(in) abgeworben. "Das schnelle Umsetzen von Themen ist die Kernkompetenz jedes Journalisten", so Tanja Kewes.
Anne-Christine Kunz hat sich im Anschluss an ihr VWL-Studium bei der Georg-von-Holzbrinck-Schule beworben. Jede(r) mit einem abgeschlossenen Studium kann sich hier um ein Volontariat bewerben. Sie berichtet, dass die Wirtschaftskrise spürbar ist, aber das Journalist(inn)en immer aktuell und gefragt sein werden. Zeitungen wird es ihrer Meinung nach immer geben, wenn auch parallel zu anderen Medien, insbesondere den Onlinemedien.
Anne-Christine Kunz und Tanja Kewes
Helga Schmidt stellt als Hörprobe eine Reportage über die Europaabgeordneten vor, die einmal im Jahr für einige Tage von Brüssel nach Straßburg ziehen - gefolgt vom gesamten Pressetross, der hinterher zieht. Sie ist Programmverantwortliche und nimmt aus Zeitgründen nur noch selten ganze Beiträge selbst auf.
Anne Lührs lädt herzlich dazu ein, sich als Volontärin beim WDR zu bewerben. Entscheidend ist es ihrer Aussage nach auch nicht, ob die Bewerberin aus dem Printbereich kommt, sondern wichtig ist nur, bereits vorher journalistisch tätig gewesen zu sein - etwa beim Lokalblatt oder im Bürgerfunk. Auch Schülerpraktika sind möglich.
Elif Senel hat während ihres eineinhalbjährigen Volontariats gelernt, zu recherchieren, zu schreiben und zu moderieren. Sie hatte dabei die Gelegenheit, viele unterschiedliche Sendungen zu besuchen und hat dabei großartige Eindrücke gewonnen. Auf die Frage, ob ihre türkische Herkunft ihr journalistisches Arbeiten prägt, lautet ihre Antwort: "Ja und nein." zu Beginn ihrer Arbeit hat sie sich sehr für das Thema "Einwanderung" ineressiert und sich u. a. deshalb beim Funkhaus Europa beworben. Sie ist jetzt bei PHOENIX und in der WDR-Ausbildung tätig und bearbeitet ein breites Themenangebot.
Helga Schmidt, Elif Senel und Anne Lührs
Kim Lenar berichtet aus ihrem Redaktionsalltag und erläutert, wie die Berichterstattung bei RTL funktioniert am Beispiel der Pressekonferenz zum Tod von Robert Enke. Sie betont die Wichtigkeit einer fundierten Ausbildung: Grundlage für die Arbeit in allen Redaktionen, ob öffentlich-rechtlich oder privat, ist das Handwerk, das erlernt werden muss; dies ist für alle Redaktionen gleich, was sich unterscheidet, ist die "Handschrift" des jeweilgen Mediums.
Tina Schröder berichtet aus ihrem Ausbildungsalltag bei der RTL Journalistenschule, während dem man bereits in den Redaktionen mitarbeitet. Die tagesaktuelle Berichterstattung beschreibt sie als arbeitsintensiv aber überaus spannend. Sehr viel Rechereche ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit.
Tina Schröder und Kim Lenar
Nach der Mittagspause geht es nun weiter.
Kurz nach halb drei startet Themenblock 2 "Werbung und Design". Referentinnen des Themenblocks 2 sind Julianne Richter (Art Directorin u. freiberufliche Grafik-Designerin, Iris Kaiser (Kommunikationsdesignerin u. Managerin Marketing, Julia Sänger (Absolventin Hochschule Fresenius) und Prof. Christine Pütz (Mediadesign Hochschule).
Julianne Richter hat bereits in Deutschland und den USA gearbeitet und unter anderem Werbung und Design für gemeinnützige Organisationen gemacht. Sie lebt zwar wieder in Deutschland, arbeitet aber per Internet (u. a. mittels Videokonferenzen) weiterhin für das Center for Multimedia Arts, Memphis, Tennessee.
Iris Kaiser arbeitet unter anderem im Bereich Beratung und Marketing. Sie weist darauf hin, dass jede Fachhochschule andere Schwerpunkte und Anforderungen hat und es deshalb enorm wichtig ist, sich vorab zu informieren, welche Richtung jeweils dort vorherrscht, wo man sich bewerben möchte.
Iris Kaiser und Julianne Richter
Prof. Christine Pütz erläutert, welche Voraussetzungen die Bewerber(innen) erfüllen sollten, wenn sie sich bei einer Agentur um einen Praktikumsplatz bewerben wollen. Ein Fachabitur als Abschluss ist normalerweise ausreichend, jedoch sollte Basiswissen vorhanden sein, sonst genügt die Praktikumszeit nicht, um tatsächlich etwas über den Agenturalltag zu lernen.Sie rät jedem, mindestens einmal im Leben ein Praktikum in einer der großen Agenturen zu machen, selbst wenn man hier nur Kaffee kocht und kopiert - dies ist ein Türöffner für das spätere berufliche Weiterkommen.
Julia Sänger arbeitete zunächst schwerpunktmäßig im Bereich "Mediendesign" und hat sich dann später hin zum Bereich "Public Relations" hin orientiert. In ihrer Abschlussarbeit zum Thema Krisenbewältigung mithilfe von PR am Beispiel einer großen Telekommunikationsfirma zeigt sie auf, was PR leisten kann, wenn ein Unternehmen in eine Krise gerät.
Prof. Christine Pütz und Julia Sänger
15:45 Uhr: Nach einer kurzen Pause startet Themenblock 3 "Medien in der Freizeit". Referent(inn)en des 3. Themenblocks sind Kathleen Kunze (Games Designerin bei Innogames), Katharina Tillmanns (Leiterin Public Relations und wissenschaftliche Mitarbeit bei Cologne Game Lab), Catrin Möderler (Journalistin und Dozentin für Journalismus, Hochschule Fresenius, Donata Ritter (Studierende Masterstudiengang International Media Studies, Deutsche Welle-Akademie), Horst Schröder (Geschäftsführer AV-Gründerzentrum NRW) und Natalie Bewernitz (Fotografin, Künstlerin u. Lehrbeauftragte für audiovisuelle Medien).
Kathleen Kunze stellt kurz herkömmliche Spiele, die man kauft und "fest" auf dem eigenen Computer installiert sowie die, im Gegensatz dazu, im Internet verfügbaren browserbasierten (sog. Browsergames) vor. Sie erläutert das Prinzip der Browsergames, bei denen man sich nur einloggen muss und sofort losspielen kann, am Beispiel des sehr populären Spiel "Farmville". Dieses Spiel kann man "herkömmlich" spielen, man kann sich aber auch "Hilfen" für reales Geld kaufen. Über dieses Geld finanzieren sich Browsergames. Kathleen Kunze hat sich ohne jegliche Vorkenntnisse für ein Studium der Medieninformatik entschieden.Für die Gamedesign-Branche gibt es keine klaren Ausbildungswege.
Katharina Tillmanns teilt ihre Zeit auf zwischen "linearer" Filmarbeit und den interaktiven Inhalten, die in der Gamesentwicklung entstehen. Sie berichtet über den Masterstudiengang "Gamedesigner", der am Cologne Game Lab angeboten wird. Ansosnten stellt auch sie fest, dass klare Ausbildungswege für die Branche kaum existieren.
Katharina Tillmanns und Kathleen Kunze
Catrin Möderler verweist in ihrem Redebeitrag darauf, dass es als Vorbereitung auf den Beruf der Journalistin weniger wichtig ist, Germanistik zu studieren, als viel mehr sich ein Fachgebiet zu erarbeiten. Für sie stand seinerzeit die Entscheidung zwischen der Bühne und der Arbeit beim Rundfunk an: Bühne hätte jedoch bedeutet, ausschließlich künsterlisch zu arbeiten. Die Entscheidung für den Rundfunk ermöglicht ihr sowohl journalistisch als auch gleichzeitig künsterlisch tätig zu sein. Sie stimmt Prof. Pütz bis zu einem gewissen Punkt zu, möchte ihr jedoch dahingehend widersprechen, dass die kostbare Zeit der Ausbildung dazu genutzt werden sollte, sich wirkliche Kenntnisse und Praxiserfahrung anzueignen, anstatt für den Lebenslauf bei einer großen Agentur den Kaffee zu kochen. Ihre Botschaft an das überwiegend jugendliche Publikum: Die Erfahrung lehrt, dass man im Leben nichts umsonst tut, selbst Dinge, die man angefangen aber nicht zu Ende gebracht hat. Es kommt im Leben der Moment, in dem man auch solche Dinge wieder brauchen und anwenden kann.
Donata Ritter berichtet über den Studiengang International Media Studies, der verschiedene Medienbranchen verbindet. Die Studieninhalte sind fächerübergreifend angelegt und verbinden die Bereiche Medienbildung, -ethik, -recht, -kompetenz usw. Besonders wichtig für sie: Man lernt, über den Tellerrand zu schauen und sich mit den Strukturen beispielsweise in anderen Ländern zu befassen.
Catrin Möderler und Donata Ritter
Horst Schröder stellt das AV-Gründerzentrum vor: Hier gibt es ein großes Seminar- und Workshopangebot, aber auch Fördermöglichkeiten wie das NRW- Mentorenprogramm , dass Absolventen ins Berufsleben begleitet. Diese bekommen für ein Jahr finanzielle Unterstützung und einen Coach zur Seite gestellt, der sie berät und begleitet. Hochschulen empfehlen begabte Studierende, die sich dann darum bewerben können. Eines der Ziele ist es, Talente hier in der Region zu halten.
Natalie Bewernitz ist bildene Künstlerin und hat mit ihrem Arbeitspartner ein Unternehmen gegründet. Das bedeutet für sie, dass sie - auch wenn sie als Künstlerin arbeitet - auch unternehmerisch denken muss. Sie ruft dazu auf, dass zu tun was man wirklich tun möchte, und seine Berufswahl nicht ausschließlich aus wirtschaftlichen Gründen zu treffen. Wichtig ist es, sich nicht nur auf Deutschland zu beschränken, sondern den Mut zu haben, ins Ausland zu gehen und dort Erfahrungen zu sammeln.
Horst Schröder und Natalie Bewernitz
Der Stand der Jugendplattform
Yougle!
Der Stand von
LizzyNet
Der Stand der
DW-AKADEMIE
Der Stand des
Bürgerhaus Bennohaus
"Mir haben unter den Referentinnen die Auszubildenden und Studierenden am besten gefallen, weil sie noch nah dran sind an den Problemen der Schülerinnen und toll auf sie eingegangen sind."
"Insgesamt fand ich gut, dass die Referentinnen meinen Schülerinnen Mut gemacht haben, hartnäckig die eigenen Interessen zu verfolgen und nicht locker zu lassen. Diese zu finden und dann dran zu bleiben, ist für viele Schülerinnen aber ein Problem, weil die Wege zum Beruf einfach sehr unübersichtlich geworden sind."
"Ich halte Statussymbole wie einen guten Firmenparkplatz und dicke Autos auch für Frauen sehr wichtig. Ich finde gut, dass Frauen Ansprüche stellen und Macht und Einfluss wollen und dass das hier auch gesagt wird."
"Die Veranstaltung gibt meinen Schülerinnen einen tollen Blick über den Tellerrand hinaus und eröffnet Perspektiven und Wege, von denen sie nicht einmal wussten, dass es sie gibt. Wenn auch nicht alle mit dem gleichen Interesse hierher gekommen sind, hat es bei einigen bestimmt Klick gemacht."
Netter Ausblick
Kathleen Kunze stellt ein Spiel vor
Interview mit Elif Senel
Interessierte Zuschauer(innen)
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