Nordrhein-Westfalen gehört seit Jahren zu den führenden Medienstandorten in Deutschland und Europa. Die Medien- und Kommunikationswirtschaft ist in Nordrhein-Westfalen dynamisch gewachsen und nimmt seit Jahren eine wichtige Position in der regionalen Wirtschaftsstruktur ein. Während die meisten Bundesländer in einer Branche besonders führend sind, steht der Medienstandort NRW auf einem breiten und in vielen Medienbereichen sehr starkem Fundament.
Von 5.766.861 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im zweiten Quartal des Jahres 2009 (Stichtag: 30.06.2009) arbeiten 372.994 Beschäftigte (6,5%) in Nordrhein-Westfalen in der Medien- und Kommunikationsbranche. Die Zahl der Beschäftigten ist damit im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Vergleicht man die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Medien- und Kommunikationswirtschaft mit anderen Bundesländern, so liegt Nordrhein-Westfalen an erster Stelle. In Bayern arbeiten im zweiten Quartal 2009 364.598 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in dieser Branche, in Baden-Württemberg 302.906, in Berlin 90.389 und in Hamburg 80.706.
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen nach Wirtschaftsbranchen (Stichtag: 30.06.2009)
Datenquelle: Eigene Berechnungen auf Grundlage der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (Datenstand: Januar 2010)
Die meisten der in der Medien- und Kommunikationsbranche Nordrhein-Westfalen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten im Bereich IT- und Datenverarbeitung: hier waren im zweiten Quartal 2009 105.401 oder 28,3% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gemeldet. Auch im bundesweiten Vergleich steht Nordrhein-Westfalen hier an der Spitze: Von 482.418 in Deutschland sozialversicherungspflichtig Beschäftigen in der IT- und Datenverarbeitung sind 21,8% in Nordrhein-Westfalen beschäftigt.
Den zweiten Platz in der Medien- und Kommunikationsbranche Nordrhein-Westfalen nimmt die Branche Medienhardware ein, in der mit 89.681 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 24,1% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten. Insgesamt ist dieser Bereich einer der Wirtschaftszweige, der zu den führenden Sektoren in Nordrhein-Westfalen gehört.
Ebenfalls beschäftigungsintensive Bereiche in der Medien- und Kommunikationsbranche Nordrhein-Westfalen sind die Bereiche Print- und Onlinemedien mit 59.826 (16,1%) und AV-Medien mit 33.701 (9,1%) sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Insgesamt ist in diesen Branchen jedoch entgegen der ansonsten meist positiv verlaufenden Entwicklung in der Medien- und Kommunikationswirtschaft seit einigen Jahren ein stetiger Rückgang zu verzeichnen, der auch bundesweit zu beobachten ist. Die Stärke Nordrhein-Westfalens zeigt sich jedoch im deutschlandweiten Vergleich der Film- und Fernsehbranche: So arbeiten in der Branche der AV-Medien deutschlandweit 22,7% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in NRW. Nordrhein-Westfalen verweist damit Bayern mit 25.407 (17,1%), Baden-Württemberg mit 11.612 (7,8%), Berlin mit 13.594 (9,2%) und Hamburg mit 10.511 (7,1%) sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf die hinteren Plätze.
Den fünften Platz in der Medien- und Kommunikationsbranche nimmt in Nordrhein-Westfalen die Branche Werbung und Kommunikation ein, in der mit 30.410 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 8,2% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten. Damit ist Nordrhein-Westfalen im Ländervergleich in dieser Branche führend vor Bayern mit 21.173, Hessen mit 15.783, Baden-Württemberg mit 13.651 und Hamburg mit 13.467 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
Mit 7,6% (28.273) der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nimmt das Segment Content und Content-Dienstleister einen relativ geringen Anteil in der Medien- und Kommunikationsbranche in Nordrhein-Westfalen ein. Aufgrund der wirtschaftlich angespannten Lage ist in diesem Segment die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr um 938 (1,2%) Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zurückgegangen. Auch im Bereich Call Center ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 2008 auf 2009 leicht um 1,2% zurückgegangen. Aber im bundesweiten Vergleich bleibt Nordrhein-Westfalen in diesem Wirtschaftszweig führend: mit 17.753 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten 19,2% der bundesweit insgesamt 92.662 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Call Center-Branche in NRW, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 11.151 (12%) und Mecklenburg-Vorpommern mit 9.034 (9,7%).
Nordrhein-Westfalen ist ebenfalls ein wichtiger Standort für Telekommunikation. Im zweiten Quartal 2009 sind mit 24.319 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 6,5% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in NRW in dieser Branche tätig. Damit arbeiten 29,1% der 83.468 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dieser Branche in Deutschland in Nordrhein-Westfalen. Allerdings ist in 2009 der Trend einer kontinuierlichen Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in dieser Wirtschaftsbranche erstmalig seit 2003 gestoppt: vom zweiten Quartal 2008 bis zum zweiten Quartal 2009 weist diese Branche in Nordrhein-Westfalen einen Rückgang der Beschäftigten um 6% aus.
Weitere Hinweise und Informationen
In der Beschäftigungsstatistik der statistischen Ämter werden nur die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erfasst. Nicht berücksichtigt werden die freien Mitarbeiter. Faktisch sind jedoch in der Medien- und Kommunikationswirtschaft überdurchschnittlich viele Freiberufler tätig. Ihre Anzahl wird je nach Bereich auf 25 bis 40% geschätzt.
In 2008 hat bei der statistischen Erfassung aufgrund einer Revision verschiedener Klassifikationen auf internationaler und europäischer Ebene eine Umstellung der Wirtschaftszweige von WZ 2003 nach WZ 2008 stattgefunden (die Wirtschaftszweige erlauben die Kategorisierung nach Branchen). Diese Umstellung ist von Zeit zu Zeit notwendig, um die Klassifikationen den geänderten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnissen anzupassen. Die ?Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008)? berücksichtigt die Vorgaben der statistischen Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft (NACE Revision 2).
Die vorliegende Statistik der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in NRW ist mit Hilfe eines im November 2008 vom Statistischen Bundesamt herausgegebenen Umsteigeschlüssels erstellt worden. Informationen zur Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 und zum Umsteigeschlüssel stehen auf den Webseiten des Statistischen Bundesamtes zur Verfügung:
Aufgrund dieses Umsteigeschlüssels wurde eine neue Zuordnung der für die Medien- und Kommunikationswirtschaft NRW relevanten Wirtschaftzweige vorgenommen und die Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2003 (WZ 2003) der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008) gegenübergestellt. Da die für die Medien- und Kommunikationswirtschaft NRW relevanten Wirtschaftszweige in der neuen Klassifikation stark ausdifferenziert, erweitert und zum Teil mit neuen Beschreibungen versehen wurden, sind statistisch einwandfrei miteinander vergleichbar nur die Jahre ab 2008 nach WZ 2008.
Zu den Content-Dienstleistern gehören Leihbüchereien und Lesezirkel, Videotheken, Call Center, Filmverleih und Videoprogrammanbieter, selbstständige Komponist(inn)en, selbstständige Schriftsteller(inn)en, selbstständige Bühnen-, Film-, Hörfunkmitarbeiter(inn)en, Korrespondenz- und Nachrichtenbüros, selbstständige Journalist(inn)en sowie Bibliotheken und Archive.
Zu der Branche Medienhardware gehört u. a. die Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, Beamern, Digitalkameras, Diktiergeräten etc.
In Nordrhein-Westfalen sind im Jahr 2009 in der IT- und Datenverarbeitungs-Branche 5.896 Gewerbe angemeldet worden, dem gegenüber stehen 4.955 Gewerbeabmeldungen. Im Bereich Werbung können mit 7.874 Anmeldungen die meisten Gewerbezugänge verzeichnet werden, ihnen stehen 6.667 Gewerbeabmeldungen gegenüber. Im Bereich Telekommunikation sind 933 neue Gewerbe angemeldet und 1.027 Gewerbe abgemeldet worden. Auch für das Jahr 2009 liegen Zahlen zu den Gewerbeanmeldungen für die Call-Center-Branche vor: Insgesamt stehen hier 695 Anmeldungen 740 Abmeldungen gegenüber. Im Mehrjahresvergleich von 1998 bis 2009 ist in allen Bereichen mit Ausnahme der Werbung und der Telekommunikationsbranche die Anzahl der angemeldeten Gewerbe gestiegen.
Das höchste Wachstum im Vergleich zum Vorjahr liegt mit 112,5% Zunahme der angemeldeten Gewerbe im Bereich Datenverarbeitung, Hosting und Webportale. In der Call-Center-Branche ist im gleichen Zeitraum die Zahl der Gewerbeanmeldungen um 1,8% gestiegen. Dagegen ist in der Telekommunikation die Anzahl der Gewerbe nach einem Anstieg in den Vorjahren im Vergleich zu 2008 wieder stark rückläufig. Im Bereich der leitungsgebundenen Telekommunikation ging die Zahl der angemeldeten Gewerbe um 84% und im Bereich der drahtlosen Telekommunikation um 62,5% zurück. In der Werbung ist die Abnahme der angemeldeten Gewerbe im Vergleich zum Vorjahr mit 0,3% fast zum Stillstand gekommen, nachdem noch in den Vorjahren bis 2008 ein Rückgang um 9,5% zu verzeichnen war. Insgesamt nimmt die Werbebranche beim Anteil der neu angemeldeten Gewerbe mit 92% im Branchenvergleich den ersten Platz ein gefolgt von der Call-Center-Branche mit 91 Prozent.
Trotz der allgemeinen Wirtschaftsflaute liegt die Zahl der neu angemeldeten Gewerbe mit Ausnahme der Bereiche Call Center und Telekommunikation in allen Branchen über der Anzahl der abgemeldeten Betriebe.
Datenquelle: Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW)
66.665 als steuerpflichtig gemeldete Unternehmen der Medien- und Kommunikationswirtschaft in NRW erwirtschafteten im Jahre 2008 einen Umsatz von rund 112 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der steuerpflichtig gemeldeten Unternehmen um 2,2% gestiegen. Der dabei erwirtschaftete Umsatz ist gegenüber dem Vorjahr um rund 5% zurückgegangen. Mit ihren Lieferungen und Leistungen von 108,5 Mrd. EUR erreichte diese Branche 8% des Gesamtvolumens aller Wirtschaftszweige in NRW, womit sie eine herausragende Stellung nicht nur innerhalb der NRW-Wirtschaft einnimmt. Der weitaus größte Anteil wurde 2008 in Nordrhein-Westfalen im Bereich der Telekommunikation erwirtschaftet. Hier erzielten 58 erfasste Unternehmen mit 45,8 Mrd. EUR Umsatz einen Anteil von 40,9% des Gesamtumsatzes der Medien- und Kommunikationswirtschaft in NRW. Etwa gleichgroße Umsatzanteile erzielten die Branchen Werbung/Marketing (17,4% mit 30.459 Unternehmen), Printmedien (14% mit 5.135 Unternehmen) und Medienhardware (11,4% mit 2.501 Unternehmen). Der Bereich IT- und Datenverarbeitung erzielte 2008 9,8% des Gesamtumsatzes in 15.112 Unternehmen, AV-Medien 4,4% in 3.839 Unternehmen, Musik 1,1% in 441 Unternehmen sowie Content 1% in 9.291 Unternehme
Quelle: Information und Technik NRW