Donnerstag, 29. Juli 2010
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RWE plant Glasfaser-Ausbau in unterversorgten Gebieten

RWE-Tower in Essen
(c) frontalvision.com
Der in Essen ansässige Energieversorger RWE will künftig auch im Telekommunikationsmarkt aktiv werden. Im Gespräch mit media.nrw.de erklärte das Unternehmen, dass während Modernisierungsarbeiten oder Neuinstallation von Rohren für Wasser, Strom oder Gas, auch eine Verlegung von Glasfaserkabeln angestrebt werde.
Nach Angaben der RWE-Tochter RWE Rheinland Westfalen Netz strebe das Unternehmen vorerst den Ausbau mit Glasfaserleitungen in ländlichen Regionen an, die interessierten Providern als so genannter Carrier angeboten werden sollen. Eigene Telekommunikationsdienste, beispielsweise die direkte Vermarktung an Endkunden wie Privatpersonen und Gewerbetreibende, will der Energiekonzern dagegen nicht anbieten. Eine Erprobung soll zunächst in Pilotregionen in Rheinland Pfalz und später in Nordrhein-Westfalen stattfinden.
Vor allem vor dem Hintergrund der Nutzung von intelligenten Stromzählern (Smart Meter), bildet eine breitbandige Infrastruktur eine gute Basis. Der Smart Meter ist ein Baustein der so genannten intelligenten Stromnetze (engl. Smart Grid) für verbesserte Energielösungen. Smart Grid umfasst die kommunikative Vernetzung und Steuerung von Stromerzeugern, Speichern, elektrischen Verbrauchern und Netzbetriebsmitteln im Rahmen der Elektrizitätsversorgung. Eine Überwachung und Optimierung aller miteinander verbundenen Bestandteile ist dadurch möglich.
So beteiligt sich RWE unter anderem an dem BMWi-Projekt E-DeMa (Entwicklung und Demonstration dezentral vernetzter Energiesysteme hin zum E-Energy-Marktplatz der Zukunft), mit dem Aspekte der Netzbetriebsführung, Inhouse-Anwendungen, zeitnahe Verbrauchsdatenerfassung und -bereitstellung berücksichtigen werden sollen (media.nrw.de berichtete). Die Idee ist die Entwicklung eines integrierten Daten- und Energienetzes, bei dem über so genannte "Smart Gateways" beispielsweise private Haushalte mit den Stromanbietern verknüpft werden und dadurch ein ständiger, bidirektionalen Abgleich von Stromangebot und Nachfrage entsteht. Grundvoraussetzung ist eine entsprechende technische Infrastruktur.